Kipp-Punkte von Seesystemen in der ariden Zone Zentralasiens – Q-TiP

 

Einfluss von Kipp-Punkten auf das Landschaftssystem

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  Westende des Orog Nuur, Sandfelder im Osten und Seesedimente Urheberrecht: V. Nottebaum Oben links: das Westende des Orog Nuur, aufgenommen von tektonisch gehobenen Schwemmfächeroberflächen; unten links: teilweise stabilisierte Sandfelder im Osten des Sees; rechts: Seesedimente auf etwa 60 m über dem heutigen Seespiegel.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF, zwischen Oktober 2016 und September 2019 geförderte Q-TiP-Projekt befasst sich in drei Teilprojekten mit dem Entstehen und Austrocknen zentralasiatischer Seesysteme. Das Unterprojekt „Einfluss von Kipp-Punkten auf das Landschaftssystem“ bearbeiten wir gemeinsam mit den Kollegen aus der Arbeitsgruppe Neotektonik und Georisiken der RWTH Aachen. Unser Arbeitsgebiet umfasst das tektonisch sehr aktive Seebecken des Orog Nuur in der südmongolischen Gobi-Wüste. 1957 erlebte die Region ein Erdbeben der Magnitude 8,1 mit einem Epizentrum nur wenige Zehner Kilometer westlich des Orog Nuur. Im Einzugsgebiet des Sees werden Sedimentkaskaden und ihre entsprechenden Archive auf die Beeinflussung durch Kipp-Punkte untersucht. Diese können sowohl klimatisch als auch tektonisch kontrolliert sein und so bei Überschreiten einen erheblichen Einfluss auf das hydrologische System des Sees als auch auf das Landschaftssystem als Ganzes ausüben. Im besonderen Fokus steht daher die Landschaftsdynamik im Einzugsgebiet des Orog Nuur. Die Verzahnung zwischen fluvialen, lakustrinen und äolischen Archiven an verschiedenen ausgewählten Orten im Untersuchungsgebiet lässt über Datierungen Rückschlüsse auf die Landschaftsentwicklung während des letztglazialen Zyklus zu. Sedimentologische und geochemische Analysen bilden dabei die Basis der Befunde. Dabei gilt es, die Sedimentarchive entsprechend ihrer Zusammensetzung und ihrer geomorphologischen Situation zu klassifizieren.

  Strandwälle am Orog Nuur, Expeditionscamp und äolische Auflage Urheberrecht: V. Nottebaum Oben links: 23 m über dem Seespiegel gelegener Strandwall am Nordufer des Orog Nuur; unten links: das Expeditionscamp auf dem 16 m-Strandwall am Südufer, mit der Ikh Bogd-Gebirgskette im Hintergrund; rechts: sandig-schluffige äolische Auflage.

Paläoumweltrekonstruktion

Entlang der Zeitreihe vom Ende der letzten Eiszeit bis in das späte Holozän werden die Landschafts- und Klimageschichte rekonstruiert, sowie, mithilfe der Kollegen aus der Neotektonik, nicht-klimatische Einflüsse auf die Sedimentarchive berücksichtigt. Aus dem Fallbeispiel am Orog Nuur werden modellhaft Rückschlüsse über den Einfluss von Kipp-Punkten auf die geomorphologischen Prozesse in zentralasiatischen Seeeinzugsgebieten während des letztglazialen Zyklus gezogen.

Geländekampagne

Im Sommer 2017 fand die vierwöchige Geländekampagne zum Orog Nuur statt. An über 60 Lokationen wurden Oberflächenproben und Sedimentprofile aufgenommen und mit über 30 genommenen OSL-Proben zeitlich aufgeschlüsselt. Im Fokus dabei standen die Datierung Paläostrandwällen, mit ihnen vergesellschafteten fluviale und äolische Archive sowie lakustrine Sedimente.

 
Laufzeit 10/2016 - 09/2019
Förderung BMBF – Prof. Dr. F. Lehmkuhl, Dr. G. Stauch
Projektpartner Jorien van der Wal Lehr- und Forschungsgebiet Neotektonik und Georisiken, RWTH Aachen
Prof. Dr. Klaus Reicherter Lehr- und Forschungsgebiet Neotektonik und Georisiken, RWTH Aachen